Ruanda 2020 – Ein Reisebericht, Teil 2

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16. Januar – Besuchsreise
Heute stand eine Zweitages-Tour an. Zunächst fuhren wir nach Gahini um die bewundernswerte Frau Kayonga zu besuchen, die mit ihren ca. 85 Jahren noch immer rein ehrenamtlich eine kleine Vorschule führt. Ihre Freude war groß, als wir den kleinen Raum betraten! Nach dem Wechsel der Projektleitung vor 2 Jahren war der Kontakt zu ihr aus unerfindlichen Gründen zunächst abgebrochen. Aber dank der Bemühungen von Laurette war es gelungen, diesen wiederherzustellen.
Frau Kayonga hat seit wenigen Jahren eine junge Frau als Gehilfin zur Seite und führt auf diese Weise noch immer mit viel Freude die kleine Vorschulgruppe. Angesichts dieses beispielhaften Engagements hatten wir auch sie für ein Interview für unser Video vorgesehen und sie war gern dazu bereit. Im Anschluß lud sie uns alle noch in ihr Haus ein zu Obst, gekochten Eiern und Getränken. Es war ein freudiges Wiedersehen. Zugleich bewegte mich die Frage, wie es wohl mit der Vorschule weitergehen wird, wenn sie diese einmal nicht mehr führen kann? Ich fürchte, das wäre das Ende dieses kleinen Schulprojekts.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Besuch hielten wir kurz an der Anglikanischen Kirche in Gahini an um einen Blick hineinzuwerfen. Sie ist recht neu. Ein zufällig anwesender Diakon erzählte uns etwas über die Kirche und klärte uns auf, weshalb im Logo der Kirche eine Kuh zu sehen ist. Die Erklärung ist erstaunlich einfach: die Kuh spielt im Leben der Bevölkerung eine wichtige Rolle, deshalb hat man sie ins Logo integriert.
Unser anschließender Besuch galt F. an ihrer Schule. Es handelt sich dabei um eine Art privater Fachschule, an der sie Hotelmanagement lernt. Sie möchte später Hotelmanagerin werden, am liebsten in Kigali. Da sie nach Auskunft der Lehrer eine gute Schülerin ist, hat sie recht gute Chancen ihren Berufswunsch verwirklichen zu können. Der Schulwechsel, den sie seit unserem letzten Besuch vollzogen hat, ist ihr also offenbar gut bekommen. Ihr Interesse an Fußball ist nach wie vor groß und im Übrigen hat sich nebenbei herausgestellt, daß sie eine Begabung als Entertainer hat. Wie sie uns erzählte, gibt sie in ihrer Klasse und bei anderen Gelegenheiten den Alleinunterhalter – und hat uns auch gleich eine kleine Kostprobe vor ihrer Klasse gegeben. Das war recht erheiternd. Wenn sie wirklich einmal Hotelmanagerin wird, kann diese Begabung ihr vielleicht von Nutzen sein. Bevor wir weiterfuhren, wurde auch sie für unser kleines Promo-Video interviewt.
Danach machten wir uns zu einem Hotel am Lake Muhazi auf, um dort zu übernachten, denn für den nächsten Tag standen weitere Besuche in der Umgebung auf dem Programm. Eine Rückfahrt nach Kigali wäre aus Zeitgründen nicht sinnvoll gewesen. Während wir auf Auskunft über verfügbare Zimmer warteten, ging ein heftiger Gewitterregen nieder. In dem Hotel, das wir ausgewählt hatten, war indes leider kein Platz. Wir hatten uns darauf gefreut, ein wenig am Strand den Abend zu verbringen, ähnlich wie damals vor fünf Jahren, als wir bei unserem Besuch in Gahini im Hotelgarten ein ausgiebiges Mittagessen mit anschließender Ruhepause genossen hatten. Aber daraus wurde nichts. Stattdessen fuhren wir auf abenteuerlichen Seitenwegen zum schön gelegenen Muhazi Beach Hotel, um dort unser Glück zu versuchen. Da es aber sehr weit ab von unserer Route lag, fuhren wir schließlich weiter nach Rwamagana, wo wir ein recht nettes Hotel fanden.

17.1. – Besuchstag
Heute führte uns unsere Besuchstour zur Blindenschule in Rwamagana, um J. und S. zu besuchen, die beide stark sehbehindert, jedoch nicht völlig erblindet sind. S. ist in der 11. Klasse und die bessere Schülerin. Daher hat sie möglicherweise die Chance studieren zu können. Sie hat uns drei Studienwünsche genannt, von denen „Inklusive Bildung“ am aussichtsreichsten wäre, weil sie dann als Lehrerin arbeiten könnte. Deshalb legte Laurette ihr nahe, sich darauf zu orientieren.
J. geht in die 10. Klasse. Angesichts ihrer Leistungen scheint sie uns nicht für ein Studium geeignet. Laurette hat ihr nahegelegt Nähen zu lernen. Es gibt in Gisenyi eine entsprechende Schule. Die Ausbildung zur Näherin wäre auch für S. eine Option falls sie die Voraussetzungen für ein Studium nicht erfüllt. In jedem Falle sind beide in der Lage einen Beruf auszuüben, von dem sie später auch leben können.
Wie S. uns erzählte, hat sie vormals eine Brille gehabt, die ihr half etwas besser sehen zu können. Sie ging jedoch kaputt. Eine neue Brille wäre also wünschenswert.
Beide Mädchen haben den Wunsch nach einem Laptop geäußert. Der Grund dafür liegt in ihrer Behinderung. Wenn sie in die Ferien gehen, bekommen sie sehr viele Hausaufgaben mit. Doch die dazu nötigen Bücher liegen nur in Blindenschrift vor und es ist natürlich unmöglich, diese großen und schweren Bücher mit nach Hause zu nehmen. Ein entsprechendes Laptop kostet ca 250 €.

Weiter ging die Reise zum Haus von S.s Familie. … Der Vater von S. ist Ingenieur. Bei einem Unfall hat er sich einen komplizierten Bruch zugezogen, der nie richtig behandelt worden ist. Dadurch wurde er arbeitslos. Die Familie hält sich jetzt u.a. mit dem Anbau von Mais und Kassawa über Wasser.
S. hat die 12. Klasse abgeschlossen und wartet nun auf die Ergebnisse der Prüfungen, die voraussichtlich im August bekanntgegeben werden. Sollten ihre Zensuren gut genug sein, würde sie gern Pharmazie studieren. In der Zeit bis August möchte sie gern einen sogenannten Short-Course im Bereich Gastronomie machen, um eine berufliche Alternative zu haben für den Fall, daß ein Studium nicht möglich wird.

Nach Kigali zurückgekehrt lud uns das Patenkind von meiner Mitreisenden ein, ihr Zimmerchen zu besuchen, in welchem sie zur Miete wohnt. Der Raum hat vielleicht 9qm, ist feucht und mit einem löchrigen Wellblech-Dach versehen. Für diese „Höhle“ verlangt die Vermieterin stolze 20 € im Monat, scheint sich aber um die Mißstände des Raumes nicht zu kümmern. Immer wieder haben wir während unseres Aufenthaltes feststellen müssen, daß die Gier keine Grenzen kennt, weder territoriale noch moralische.

Schließlich machten wir uns auf den Weg zu P.s Familie. Der Junge wurde uns für eine Patenschaft ans Herz gelegt und meine Reisegefährten hatten sich während der Reise entschlossen, auch ihn zu unterstützen. Der Besuch gab nun Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen. Die ärmlichen Verhältnisse, in denen die Familie lebt, haben uns sehr berührt, obwohl wir ja bei früheren Besuchen schon einiges gesehen und erlebt haben. Die Wohngegend gleicht einem Slum, der sich in Kigali befindet. … Der Vater ist im vergangenen Jahr gestorben und die Mutter schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Der Kontakt zu dieser Familie ist übrigens auf beeindruckende Weise entstanden. Als es dem Patenkind meiner Reisebegleiter vor etlichen Jahren sehr schlecht ging, hat sich P.s Mutter ihrer angenommen. Und das, obwohl die ganze Familie in ärmsten Verhältnissen lebt. Diese Menschen beschämen uns immer wieder mit ihrer Großherzigkeit.

18.1. – Patenkindertreffen in Kigali
Schon vor unserer Reise hatte ich mit Laurette ausgemacht, daß wir ein Patenkindertreffen in Kigali machen wollen, weil ich in der kurzen Zeit unmöglich alle Kinder würde besuchen können. Doch was uns dann erwartete, hat uns sprachlos gemacht. Laurette und etliche der älteren Patenkinder hatten ein richtiges Fest mit Programm in einem Restaurant vorbereitet.
Zur Begrüßung wurden die Frau meines mitreisenden Ehepaares und Laurette in traditionelle Gewänder gekleidet und als wir Männer endlich das Restaurant betreten durften, empfingen uns sechs unserer älteren Patenmädchen zu Musik tanzend. Nicht nur viele Kinder, darunter auch einige gehörlose, waren anwesend, sondern sogar einige Eltern. Es gab ein festliches Menu, der Reggae-Musiker Ras Erigz und der Liedermacher Cyiza Jackson, die beide unserem Projekt verbunden sind, sangen einige ihrer Lieder, neben Laurette und uns sprach auch der Vater eines unserer Patenkinder einige Worte.
Interessanterweise war es allen Rednern ein Anliegen, daß wir uns als Familie verstehen, die füreinander da sein möge, auch dann, wenn die Förderung beendet ist. Der Grund dafür liegt in der besonderen Geschichte Ruandas. Auch heute noch gibt es Kinder, die mehr oder weniger auf sich gestellt sind oder sein werden. Da ist eine Gemeinschaft wie die unsere ein wichtiger Halt.
Schließlich wurden wir Gäste aus Deutschland gar mit einem kleinen Geschenk bedacht. Wir waren von diesem herzlichen Empfang sehr berührt und die Art und Weise, wie sich Laurette und die Patenkinder bemüht haben, aus dem Treffen ein richtiges Fest zu machen, hat uns beeindruckt. Ich bin sicher, daß auch die Patenkinder gespürt haben, daß wir wie eine Familie sind.

Zwei Dinge verdienen im Zusammenhang dieses Treffens noch besondere Erwähnung.
Innerhalb der letzten zwei Jahre haben Laurette, einige ältere Patenkinder und ich über die Entstehung einer Alumni-Gruppe beraten, um uns nicht aus den Augen zu verlieren und unsere Gemeinschaft zu erhalten. Die großen Patenkinder haben diese Idee weiterentwickelt und uns ihre Vorstellungen an diesem Abend zum Teil vorgetragen. Das Konzept sieht vor, eigene Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, so daß die Jugendlichen nach dem Studium oder der Berufsausbildung nicht arbeitslos sind. Das hört sich verheißungsvoll an und die Chance, die Ideen in die Tat umzusetzen, sind gut, denn sie kommen von den Jugendlichen selbst. Ich erwarte die detaillierten Informationen innerhalb eines Monats und denke, sie verdienen unsere Unterstützung. So wird unser Projekt langfristig wirken und genau dies wünschen wir uns.
Zu unserer großen Freude nahm Frau B., eine Übersetzerin für Zeichensprache, an dem Patenkindertreffen teil. Dadurch wurden unsere anwesenden gehörlosen Kinder vollständig mit in unsere Gemeinschaft einbezogen. Später tanzten sie sogar zur Musik mit, indem sie sich den Rhythmus von den anderen abschauten. Ich hatte B. vor einigen Jahren bei einem früheren Patenkindertreffen kennengelernt. Später verloren wir auf Grund verschiedener Umstände unseren Kontakt. Doch in Vorbereitung dieses Treffens hatte ich Laurette gebeten zu versuchen, den Kontakt zu ihr wiederherzustellen, und es war ihr geglückt. Nun werden wir künftig, und hoffentlich für lange Zeit, eine wichtige Kontaktperson zu unseren gehörlosen Kindern haben.

Fortsetzung

Ruanda 2020 – Ein Reisebericht, Teil 1

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12. Januar – Abreise
Endlich war es soweit: 16.48 Uhr ging der Zug gen Frankfurt. In Bad Hersfeld stiegen meine zwei Mitreisenden zu. Sie haben ein Patenkind in Ruanda, das sie besuchen wollten. Außerdem begleiteten sie mich zu den meisten Besuchen bei unseren Patenkindern.
Zu unserer Freude fuhr der Zug pünktlich, so daß wir auf dem Flughafen genug Zeit hatten, die Koffer abzugeben und das Flugticket abzuholen. So blieb uns genug Zeit, noch einen Kaffee in Vorfreude auf die Reise zu genießen. Es war erstaunlich wenig Betrieb auf dem Flughafen und so war die Situation entspannt. Bis auf den Abflug, wir waren fast zu spät beim Boarding. Dafür gab‘s dann eine halbe Stunde Verspätung in Addis Ababa bei der Weiterreise, nachdem wir schon 5 Stunden gewartet hatten. 15 Uhr Ortszeit landeten wir schließlich in Kigali nach 22 Stunden Reisezeit.

13. Januar – Ankunftstag
Wir wurden herzlich von Laurette M., unserer Projektleiterin, dem Patenkind meiner Reisebegleiter, und Gabriel, einem Freund, empfangen. Das Patenkind hatte ein Begrüßungsgeschenk mit Blumen und Bildern aus Bananenblättern für seine Paten vorbereitet. Fünf Jahre lag ihr letztes Treffen zurück und entsprechend groß war die Wiedersehensfreude.
Auf dem Weg zum mitten in der Stadt gelegenen Gästehaus Centre Saint Paul (Straße Kn 1) kauften wir die nötigsten Sachen ein, vor allem Wasser, und richteten uns schließlich erst einmal im Hotel ein.

Ich hatte gleich meine „Feuertaufe“, indem ich ab Flughafen unser Projektauto fahren durfte. Das Auto ist ein ziemlich klappriges Gefährt, Baujahr 1995, mit schlecht funktionierender Kupplung und vielen anderen Problemen. Doch dazu später noch mehr.
Zu meiner Überraschung bin ich gut mit dem Straßenverkehr zurechtgekommen. Er ist zwar recht chaotisch, aber wenn man das durchschaut hat, kommt man gut zurecht.
Am Abend trafen wir uns im erstaunlich ruhigen und hübsch gestalteten Hotelgarten zum Gespräch mit dem Kameramann Fiston. Unser Anliegen war es, ein kleines Video produzieren zu lassen, in dem unser Projekt vorgestellt wird. Während unserer Reise soll Fiston uns zu einigen Orten begleiten.
Das Video soll sowohl im Internet als auch bei Präsentationen unsere Arbeit veranschaulichen.

14. Januar – Erster Besuchstag
Unser erster Besuch galt O.s Eltern, die mit vier eigenen Kindern und einem Pflegekind aus der Verwandtschaft in einer kläglichen Hütte von vielleicht 15 qm wohnen. Dabei haben wir den jüngeren Bruder G. kennengelernt, der vermittels meines Fotoapparats seine große Begeisterung für’s Fotografieren entdeckte. Die Scheu vor den Fremden war im Handumdrehen überwunden. Sein jüngster Bruder schlief nebenan, kam dann aber später zu uns. Im Gespräch kristallisierte sich heraus, daß G. auch dringend Unterstützung durch eine Patenschaft benötigt. Vater und Mutter haben beide keine Arbeit. Der Vater erzählte uns, daß er den Motorradführerschein habe. Damit könnte er ein Motorradtaxi fahren, mit dem er ein kleines Einkommen für die Familie erwirtschaften könnte. Doch wie so oft fehlen die Mittel dafür, in dem Fall ein Betrag von 1600 €.
Auf Grund solcher Situationen haben wir vor zwei Jahren begonnen, auch die Familien unserer Patenkinder in den Blick zu nehmen, und die Initiative „Familienstärkung“ in unser Projekt aufzunehmen. Dadurch sollen die Eltern in die Lage versetzt werden, zur Sorge für die Verbesserung der Lebensverhältnisse beizutragen. Wenn unser Kompensationsfonds genug Ressourcen hätte, könnten wir O.s Vater eine Anschubsfinanzierung geben.
Anschließend besuchten wir O. in seiner Schule. Nach meinem Eindruck geht es ihm dankenswerterweise relativ gut.

Ein weiterer Besuch galt P. in ihrer Schule. Sie machte einen guten Eindruck auf mich und scheint gut zurecht zu kommen. Das Mädchen war von Laurette für ein Interview für unser Video ausgesucht worden, und so machte unser Kameramann Fiston, der uns an diesem Tag begleitete, gleich auf dem Schulhof die Aufnahme. Natürlich waren wir gleich von einer Schar neugieriger Kinder umringt, aber P. ließ sich davon nicht beeindrucken und absolvierte ihren „Auftritt“ bravurös.

Schließlich brachen wir zum Besuch an der Schule Filippo Smaldone auf. Wir trafen mehrere gehörlose Patenkinder. Alle Kinder kommen in der Schule klar und es geht ihnen gut. Später lernten wir die derzeitige leitende Schwester aus Italien kennen. Mit einigem Stolz führte sie uns noch ein wenig herum und zeigte uns den VT-Trakt (Berufsausbildung), den der derzeitige Papst höchstpersönlich gespendet hat. Der Trakt existiert seit letztem Jahr. Dort können die Schülerinnen u.a. Nähen lernen. Erste Ergebnisse haben wir bewundern können. Es sind hübsche Taschen in verschiedenen Formen und Farben.

15.1. – Besuchstag
Heute führte uns die Besuchsreise nach Ruhuha (Bugesera). Die Fahrt dorthin führt über staubige Straßen roter Erde, was man am Abend deutlich an der Kleidung sieht.
In ihrer Schule trafen wir D. und O. welche Geschwister sind. Wir erfuhren, daß D. eine gute Schülerin ist, die sich noch etwas verbessern kann. O. hat mehr Probleme, weil er vorher an einer staatlichen Grundschule gelernt hat, aber an dieser Schule wird auf Englisch gelehrt. So muß er mit einem Mal in einer Fremdsprache lernen, was natürlich eine große Herausforderung ist, doch sein Lehrer sagte mir, daß die Mitschüler ihm helfen. Wir übergaben, wie meist bei unseren Besuchen, ein paar Schulmaterialien an die beiden Kinder und fuhren weiter um T. an seiner Schule Groupe Scolaire in Rango zu besuchen. Über seine Leistungen hörten wir, daß sie noch steigerungsfähig sind. Momentan hat er 60% von 100%-Punkten. (In Ruanda gibt es keine Schulnoten wie wir sie kennen). Er ist in der 11. Klasse und möchte später gern Jura studieren. Dies wird allerdings nur möglich sein, wenn er die entsprechenden Leistungen vorweisen kann. Auf mich hat er insgesamt einen guten Eindruck gemacht. Besonders ist zu erwähnen, daß er seine Englischkenntnisse deutlich verbessert hat gegenüber meinem letzten Besuch bei ihm vor 2 Jahren.
Im Anschluß an den Schulbesuch führte uns der Weg zu O.s und D.s Haus, wo uns die Mutter mit den anderen 2 Geschwistern erwartete. Es ist eine elende kleine Hütte, die für die Familie im Zuge es allmonatlichen öffentlichen Arbeitseinsatzes der gesamten Bevölkerung (Umuganda) errichtet wurde. Die Regierung finanziert dann das Dach dazu. Die Mutter schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten recht und schlecht durch. Natürlich wurde unser Besuch, wie immer, genau von den Nachbarn beobachtet und begleitet. Und wenn ein Muzungu (Weißer, eigentlich ein „Wohlhabender“ oder „Reicher“. Aber in den Augen der meisten Ruander sind alle Weißen reich.) in solch einer Umgebung zu Gast ist, dann ist die Hütte sogleich voll mit neugierigen Nachbarskindern.
Der letzte Besuch des Tages galt der Mutter von T. Die Familiensituation äußerst schwierig. Diese Umstände haben T. veranlaßt, Jura zu studieren. Ursprünglich wollte er Mechaniker werden, hat sich dann aber um entschieden.
Am Abend führte uns der Weg ins Bamboo-Restaurant, welches sich auf dem Dach eines kleinen Hochhauses befindet. Man hat von dort oben einen schönen Ausblick auf die Stadt und kann bequem sitzen. Zugleich hatte ich dort ein Erlebnis der besonderen Art. Als Vorspeise hatte ich mir eine Pilzsuppe bestellt. Was dann serviert wurde, war allerdings eine riesige Schüssel mit einer Menge Flüssigkeit und diversen Pilzen. Wir waren erst platt und haben uns dann köstlich darüber amüsiert. Natürlich mußten alle mitessen, aber wir haben die Suppe trotzdem nicht geschafft.
Und die Moral von der Geschicht‘? Trau dem Menu in fremdem Lande nicht 🙂
Im Zweifelsfall gern mal nachfragen, um welche Portionsgröße es sich handelt.

Exkurs: So nach und nach lernen wir, welch ein großer Glücksfall Laurette für unser Projekt ist. Wir (also die beiden Paten und ich) erleben sie als eine überaus engagierte Frau, vor allem aber als unglaublich warmherzig und den Patenkindern zugewandt, gleichgültig, ob sie klein oder groß, behindert oder nicht behindert sind. Sie ist wie eine Mutter zu ihnen. Ihr Einsatz für unser Projekt ist einzigartig! Dabei hatte sie im Lauf der Jahre auf Grund ihrer Qualifikation Angebote von diversen Organisationen, bis hin zu den UN. Doch sie hat stets ausgeschlagen, um für die benachteiligten Kinder Ruandas da zu sein.

Fortsetzung

Heimat und Zukunft für Kinder in Ruanda – Securing Home and Future for Rwandan kids (Video)

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Wir freuen uns Ihnen mit einem kleinen Video unser Bildungsprojekt in Ruanda vorstellen zu können. Bislang ist es nur auf Englisch verfügbar.
(Dauer 19:39 min, 301 MB)



We are glad to present you a little video which introduces our educational project in Rwanda to you.
(Duration 19:39 min, 301 MB)

Drei Wochen „Erlebnis Afrika“ – Three weeks „Experience Africa“

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Die Überschrift hört sich an wie eine Abenteuerreise, nicht wahr? Das war es gewissermaßen auch, aber nicht im touristischen Sinne.
Drei ereignisreiche, schöne und spannende Wochen liegen hinter uns bzw mir. Zwei Wochen in Ruanda zusammen mit zwei Paten aus Deutschland und eine Woche in Äthiopien. Eine Zeit, angefüllt mit Besuchen bei unseren Patenkindern, Reisen quer durch die Länder, einem Arbeitseinsatz der besonderen Art in Ruanda – Umuganda -, Gespräche, Begegnungen, und im Ergebnis eine Erfolgsgeschichte!
Und wir haben Künstler getroffen, die unsere Initiative „Künstler für Kinder“ künftig unterstützen werden.

Es wird eine Weile dauern bis ich in der Lage bin, hier etwas von der Reise zu erzählen. Damit die Spannung nicht zu groß wird, hier schon ein kleiner Vorgeschmack. Eines unserer geförderten Talente macht sich auf, die Musikwelt zu erobern. Doch hört und seht selbst (siehe unten).
Jackson Cyiza heißt der junge Mann und wir sind froh, daß wir ihm auf dem Weg zu seiner musikalischen Laufbahn helfen konnten. Aber wir werden auch weiterhin für ihn da sein, solange es nötig ist. Denn der Weg zur Selbständigkeit ist lang und steinig.
Also bis bald – Bleiben Sie gespannt!



The headline sounds like an adventure trip, doesn’t it? In a way, it was, but not in the tourist sense.
Three eventful, beautiful and exciting weeks lie behind us or me. Two weeks in Rwanda together with two sponsors from Germany and one week in Ethiopia. A time filled with visits to our sponsored children, travels across the countries, a special kind of work assignment in Rwanda – Umuganda -, conversations, meetings, and in the end a success story!
And we met artists who will support our initiative „Künstler für Kinder“ (Artists for Kids) in the future.

It will be a while before I am able to tell something about the journey here. So that the excitement is not too great, here is a little foretaste. One of our sponsored talents is about to conquer the world of music. But hear and see for yourself (see above).

Jackson Cyiza is the name of the young man and we are glad that we could help him on his way to his musical career. But we will continue to be there for him as long as it is necessary. Because the way to independence is long and stony.
So see you soon – stay tuned!

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Neujahrsgruß – New Year Greeting 2020

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Es ist wieder Zeit allen zu danken, die unsere Arbeit im zurückliegenden Jahr unterstützt haben: Also herzlichen und tief empfundenen Dank!
Mit Ihrer Hilfe und dem Engagement aller Mitglieder unseres Ökumenischen 1Welt-Kreises, Kirchengemeinden aus Mitteldeutschland, die unser Ruanda-Projekt vermittels des 2%-Appells finanziell unterstützen, den „Künstlern für Kinder“, den Schulen „Evangelische Grundschule Eisenach“ und „Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla“, den Firmen „Decker communications GmbH“ und „mm1“, und dem Lions-Club Gotha konnten wir die Not von Menschen in Kamerun lindern helfen, die Opfer des andauernden Konflikts in der englischsprachigen Region Kameruns geworden sind, und vielen Kindern zu einer adäquaten Schul- bzw Berufsausbildung oder einem Studium verhelfen.
Zur Zeit werden durch unser Bildungsprogramm in Ruanda 57 Kinder und Jugendlichen von 58 Paten gefördert. Gerade vor wenigen Tagen konnten wir Paten für ein Mädchen finden.
Das neue Jahr fängt also gut an für unsere Arbeit und wir hoffen, daß wir auch in 2020 wieder viele junge Menschen fördern können.
Dazu brauchen wir Sie, die bewährten, genauso wie neue Förderer in allen Ländern dieser EINEN WELT.
Wir haben nur diese eine Erde und hoffen, daß wir mit Ihrer Hilfe das Bewußtsein unter den Menschen stärken können, daß wir nur in gegenseitiger Hilfe und Verantwortung eine Zukunft in mehr Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt haben.



It is time again to thank all those who have supported our work over the past year: So heartfelt thanks!
With your help and the commitment of all members of our Ecumenical 1World-Circle, parishes from Central Germany, who support our Rwanda project financially through the 2% appeal, the „Künstler für Kinder“ (Artists for Kids), the schools „Evangelische Grundschule Eisenach“ (primary school) and „Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla“ (secondary school), the companies „Decker communication GmbH“ and „mm1“, and the Lions Club Gotha, we were able to help alleviate the plight of people in Cameroon, who have become victims of the ongoing conflict in the English-speaking region of Cameroon, and to help many children to get an adequate education, vocational training or study.
At present, 57 children and young people are being supported by 58 sponsors through our education programme in Rwanda. Just a few days ago we were able to find sponsors for a girl.
So the new year is off to a good start for our work and we hope that we will be able to support many young people again in 2020.
For this we need you, the established sponsors, as well as new sponsors in all countries of this ONE WORLD.
We have only this one earth and we hope that with your help we can strengthen the awareness among the people that only in mutual help and responsibility we have a future in more peace and justice in the world.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)