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Inzwischen hat die deutsche Regierung so gut wie alle Urlauber aus allen Ecken der Welt per Flugzeug nach Hause geholt. Aber was macht man, wenn man mit dem Wohnmobil auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs ist?
Einen unserer Paten und seine Frau hat die Corona-Pandemie im Senegal überrascht, und nun müssen sie dort ausharren. Kürzlich erreichte mich sein Bericht, den ich mit seiner Genehmigung auf unserem Blog veröffentliche. Denn es ist schon interessant, die Vorgänge um die Pandemie aus dem Blickwinkel eines Europäers zu betrachten, der sich in einem Land aufhält, welches – wie viele andere – noch vor ganz anderen Herausforderungen steht als die mehr oder weniger gut gewappneten europäischen Länder. Es ist gut und wichtig, daß wir über allen eigenen Sorgen nie den Blick für andere Menschen verlieren, die mit uns auf der einen Welt leben. Denn das hilft uns, solche Ereignisse in Beziehung zu setzen – und es hilft uns für all die anderen Herausforderungen wach zu bleiben, die unter dem übermächtigen Eindruck eines weltumspannenden Ereignisses nur zu leicht aus dem Blick geraten.
Nehmen Sie sich die Zeit, den folgenden Bericht zu lesen. Und gern können Sie dazu Ihren – sachlichen – Kommentar schreiben.

„…Zur Zeit sind wir im Senegal, jetzt schon mehr als 4 Wochen am selben Ort. So lange wie noch nie auf unseren Reisen um die Welt, aber die besondere Situation hat auch ein so armes Land wie den Senegal getroffen und zu Maßnahmen geführt, die unseren Reisedrang ausgebremst haben. Auf der anderen Seite hat das Verweilen an der selben Stelle dazu geführt, dass wir uns intensiver mit dem Land und den Menschen beschäftigen können, gerade im Hinblick auf die Krise rund um Covid-19. …

Ich bin über das auch hier in guter Qualität vorhandene Internet mit der Welt verbunden. Täglich lese ich in entsprechenden Medien von den Ängsten der Menschen in Europa und den Reaktionen der Politik. Ich mag die Prognosen und die daraus abgeleiteten Graphen nicht mehr ansehen, denn alles ist, so wie ich es empfinde, die pure Spekulation und nur dazu angelegt, den Menschen noch mehr Angst zu machen und sie für immer abstrusere Maßnamen zu gewinnen. Es wird berechnet wieviel Menschen durch den neuen Virus ihr Leben lassen müssen, oder wäre es sowieso zu Ende gegangen? Für mich ist alles im Dunkeln, entbehrend jedweder nachprüfbaren Grundlagen, auch wenn das Robert Koch Institut, welches jetzt täglich neue Darstellungen veröffentlicht, so tut, als ob alles wissenschaftlich belegt ist. Ich sehe das nicht so, es gibt auch ernst zu nehmende Stimmen, die der Meinung sind, dass das Jahr 2020 uns im Schnitt wieder 2.500 Menschen pro Tag nennen wird, die verstorben sind.
Ich möchte nicht darauf eingehen, dass uns der Straßenverkehr jedes Jahr einige 1000 Tote kostet und niemand darüber nachdenkt, diesen zu verbieten, oder zumindest mit gravierenden Einschränkungen zu belegen.

Hier im Senegal trifft das Virus Menschen besonders hart, die eh schon am Rande des Existenzminimums leben. Ich denke mir, sie wissen oft nicht was sie am nächsten Tag essen können. Auch hier ist nicht klar, ob das neue Virus wirklich so todbringend ist, wie es beschrieben wird. Was mich aber viel nachdenklicher macht, ist die folgende Tatsache.
In Afrika sterben jedes Jahr ca. 400.000 Menschen an Malaria. Dagegen gibt es ein Heilmittel, das aber pro Person und auftretender Malaria mit ca. 100 Euro zu Buche schlagen würde.
Bei uns wird darüber gerätselt wie alt der an Covid-19 Verstorbene im Schnitt wohl ist, auf jeden Fall deutlich über 70 Jahre. Bei Malaria sind mehr als 50 Prozent aller Verstorbenen jünger als 5 Jahre. Wer durch diesen Kontinent reist und sieht, unter welchen Umständen die Menschen leben, wer sieht, dass in den Städten allenthalben völlig verwahrloste Kinder herumlaufen, wer sieht, dass das Vieh in den Städten und Dörfern leere Zementtüten frisst, um satt zu werden, der könnte verzweifeln.

Ich rechne mir vor, dass mein kleines Motorrad zum Preis von 4.500 Euro den Gegenwert von 45 an Malaria verstorbenen Afrikanern darstellt!
Hier vor Ort kann ein Projekt, das den Anbau von Bananen und den Verkauf nach Europa zum Ziel hatte nicht realisiert werden, da die notwendige Wasserpumpe zum Preis von 800 Euro nicht gekauft werden kann. Der Spendenaufruf in Belgien hat nur 450 Euro ergeben. Der fehlende Rest, ein Klacks, für mich. Aber soll ich der Belgierin, die hier lebt und das Projekt betreut die 350 Euro geben? Ich weiß mittlerweile, zumindest in Ansätzen, wie das hier läuft. Man hat im Senegal vor einigen Jahren flächendeckend Solarpanels für Straßenbeleuchtung angeschafft, auch wenn die Leuchten bereits am elektrischen Versorgungsnetz angeschlossen waren. Das hat für den ganzen Senegal ca. 40 Millionen Euro gekostet. Ich mutmaße mal, dass Panels und Beschaltung nicht aus dem Senegal kamen, wahrscheinlich aus Europa.
Leider hat man nicht berücksichtigt, dass Panels gereinigt werden müssen. Mittlerweile ist das Ganze eingeschlafen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist es dann, was ich mit den 350 Euro für die Pumpe auch befürchte, es wird niemand da sein, der die Wartung durchführt und nach wenigen Monaten ist die Pumpe funktionsunfähig.

Konsequenz für mich: Ich kann hier nicht mit der Gießkanne herumlaufen und Euros verteilen. Wir versuchen vor Ort zu kaufen, z.B. Käse, Brot und Salz ohne dabei nicht bis zur Unverschämtheit zu handeln. Und darüber hinaus möchte ich mein Geld in die Hände von Menschen geben, die hier in Afrika wissen, was nötig ist. In meinen Augen ist das die Bildung von jungen Menschen. Und dabei bin ich dann bei Ihnen. Ich würde gerne weitere 30 Euro pro Monat überweisen, gerne für ein weiteres Patenkind…“ (Jürgen L.)



In the meantime, the German government has brought almost all holidaymakers from all corners of the world home by plane. But what do you do when you travel by motorhome on the African continent?
One of our sponsors and his wife were surprised by the Corona pandemic in Senegal, and now they have to stay there. Recently I received his report, which I will publish on our blog with his permission. Because it is interesting to look at the events surrounding the pandemic from the point of view of a European staying in a country which, like many others, is facing very different challenges than the more or less well armed European countries. It is good and important that, above all our own concerns, we never lose sight of other people who live with us in the one world. For this helps us to relate such events – and it helps us to stay awake for all those other challenges that are all too easily lost sight of under the overpowering impression of a global event.
Take the time to read the following report. And feel free to write your – factual – commentary on it.

„…At the moment we are in Senegal, now more than 4 weeks in the same place. As long as never before on our travels around the world, but the special situation has also affected such a poor country like Senegal and has led to measures that have slowed down our travel urge. On the other hand, staying in the same place has led to the fact that we can deal with the country and its people more intensively, especially in view of the crisis around Covid-19 …

I am connected to the world via the Internet, which is also available here in good quality. Every day I read about the fears of people in Europe and the reactions of politicians in the relevant media. I don’t like to look at the forecasts and the graphs derived from them anymore, because everything is, as I feel it, pure speculation and only designed to make people even more afraid and to make them willing to accept more and more abstruse measures. It is calculated how many people have to lose their lives due to the new virus, or would it have ended anyway? For me, everything is in the dark, without any verifiable basis, even if the Robert Koch Institute, which now publishes new accounts daily, pretends that everything is scientifically proven. I don’t see it that way, there are also serious voices who are of the opinion that the year 2020 will again give us an average of 2,500 people per day who have died.
I do not want to dwell on the fact that road traffic costs us a few thousand deaths every year and that nobody is thinking of banning it, or at least imposing serious restrictions on it.

Here in Senegal, the virus hits people who are already living on the verge of subsistence particularly hard. I think to myself, they often do not know what they can eat the next day. Again, it is not clear whether the new virus is really as deadly as it is described. But what makes me much more thoughtful is the following fact.
In Africa, about 400,000 people die of malaria every year. There is a cure for this, but it would cost about 100 Euros per person and per occurring malaria.
We are wondering how old the person who died of Covid-19 is on average, in any case well over 70 years. With malaria more than 50 percent of all deceased are younger than 5 years. Whoever travels through this continent and sees under what circumstances the people live, whoever sees that in the cities everywhere completely neglected children are running around, whoever sees that the cattle in the cities and villages eat empty cement bags in order to be fed, could despair.

I calculate that my little motorcycle at a price of 4.500 Euro is the equivalent of 45 Africans who died of malaria!
Here on the spot a project which had the aim to grow bananas and sell them to Europe cannot be realized, because the necessary water pump cannot be bought for 800 Euro. The appeal for donations in Belgium resulted in only 450 Euro. The missing rest, a cinch, for me. But should I give the 350 Euros to the Belgian woman who lives here and looks after the project? I know by now, at least to some extent, how things work here. A few years ago, solar panels for street lighting were purchased throughout Senegal, even though the luminaires were already connected to the electrical supply network. That cost about 40 million euros for the whole of Senegal. I suspect that the panels and wiring did not come from Senegal, probably from Europe.
Unfortunately, the fact that panels have to be cleaned was not taken into account. In the meantime the whole thing has fallen asleep, in the truest sense of the word. That’s what I fear with the 350 Euros for the pump, there will be nobody to do the maintenance and after a few months the pump will be out of order.

Consequence for me: I cannot walk around here with a watering can and distribute Euros. We try to buy locally, e.g. cheese, bread and salt without not trading to the point of impertinence. And furthermore I want to give my money into the hands of people who know what is needed here in Africa. In my eyes this is the education of young people. And that’s where I’ll be with you. I would like to transfer another 30 euros per month for another foster child…“ (Jürgen L.)

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