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Ist Ihnen dies schon einmal aufgefallen? In den sozialen Netzwerken gibt es zahllose Aufrufe Petitionen zu unterschreiben, werden heiße Diskussionen geführt, daß „man“ doch etwas tun müsse, helfen müsse, wo es nottut, wie wenig doch getan werde – und zwar gewöhnlich von den anderen – und wie schön es doch auf der Welt sein könnte, wenn etwas getan würde etc. Da wird „geliked“ (ein fürchterliches Denglisch), geteilt und kommentiert.

Doch mit einem Mal wird es still, merkwürdig still. Nämlich dann, wenn den ach, so besorgten, Usern angeboten wird, konkret zu werden, nämlich selbst zu helfen mit Tat oder/und Geld. Etwas zu tun.
Keine „likes“ mehr, keine Kommentare, keine Teilung des Beitrages. Keine Bekundung, tätig zu werden. Allenfalls dann noch, wenn es sich um das für die Eigenverantwortung folgen- und kostenlose Unterzeichnen einer online-Petition handelt.
Oder aber wir bekommen ein „Stammtischargument“ serviert, wie: „Warum soll ich denn den Negern (sic!) helfen? Wir haben doch selbst genug arme Leute hier bei uns.“
In aller Regel ist das ein „Feigenblatt-Argument“. Denn wer so redet, tut erfahrungsgemäß selbst meist gar nichts, um die Lage dieser „armen Leute“ zu verbessern.

„Du übertreibst!“, höre ich jetzt regelrecht empörte Leser rufen. Und doch erlaube ich mir, diese Anmerkung zu machen, die auf unseren Erfahrungen beruht.
Gleichwohl gebe ich zu: ich übertreibe. Bewußt!

Natürlich gibt es viele Menschen, die aktiv sind und wirklich sinnvolle Hilfe leisten: im Inland wie im Ausland. Danke!
Aber sie tun eben etwas. Reden zu schwingen, mit teuren Hochglanzbroschüren herumzuwedeln und mit Spendengalas auf sich aufmerksam zu machen, mit denen sie Millionen von Euros einfahren, von denen gern bis zu 40% im Verwaltungs- und Werbehaushalt einer Hilfsorganisation verschwinden, ist nicht ihre Sache.
Von diesen Menschen rede ich. Und sie wirken gewöhnlich in aller Stille. Keine Fernsehkamera ist auf sie gerichtet, keine Radio-Reporter hält ihnen ein Mikrofon vor den Mund, keinen „symbolischen Spendenscheck“ halten sie werbewirksam vor die Linse eines Fotoapparats.

img_2736Einem dieser Menschen möchte ich hier eine „Stimme“ geben:
ein kleines Mädchen von neun Jahren. Geben wir ihr den ausgedachten Namen Katharina. Ihre Eltern haben seit Jahren Patenkinder in Ruanda, die gewissermaßen Familienmitglieder sind.
Durch dieses gute Beispiel angespornt, hat sich das Mädchen vor geraumer Zeit eine kleine Schachtel zurecht gestellt, in die sie bei jeder Gelegenheit ein paar Cent, oder mal einen Euro, hineingelegt hat, wenn sie etwas geschenkt bekam oder wenn sie Pfandflaschen abgegeben hatte und nun das Pfandgeld in der Hand hielt. Dieses Geld sollte für die Kinder unseres Bildungsprojekts in Ruanda bestimmt sein.
Und zu Weihnachten 2016 hat sie es uns überreicht.

Leicht hätte sie es in ihre Sparbüchse stecken können, um sich später etwas Schönes dafür zu kaufen. Und wer hätte dafür kein Verständnis?
Sie aber hat sich entschieden, das Geld für Kinder zu spenden. Kinder, die ebenso jung sind wie sie selbst. Kinder, die auch Träume und Hoffnungen und Wünsche haben. Und zwar solche, die häufig viel schlichter sind als die Wünsche von Kindern in unseren Breiten.
Wir freuen uns sehr über dieses Zeichen von Nächstenliebe von Katharina.

Sie steht für viele solcher jungen Menschen, die schon eine Menge davon verstanden haben – und damit mehr als viele Erwachsene -, daß wir auf einer Welt leben, in der wir alle füreinander Verantwortung tragen, eben weil wir nur diese eine Welt haben, auf der ein gelingendes Leben nur möglich wird, wenn wir Wege des Friedens, der Liebe, der Gerechtigkeit und der Versöhnung gehen.
Mädchen wie sie geben uns Hoffnung, daß es für unsere Eine Welt die Chance auf ein friedvolles und gerechteres Zusammenleben gibt.

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